Themenstrang: »Forschung«

Referent_in: Ines Langemeyer

Tag/Zeit: Donnerstag, 15.9.2016, 13:30–15:30 Uhr

Kompetenz umschließt Wissen und Können. Doch was bedeutet dies in der Kooperation? In wissenschaftlich-technologischen Projekten entstehen heute Risiken, die ein Einzelner vielleicht noch vorherzusehen, aber niemals allein zu kontrollieren vermag. Das knowing, das Wissen-Wie, eines kompetenten Teams wird entscheidend, wenn die Komplexität in Arbeitsprozessen wächst. Die Kooperateure brauchen ein bestimmtes Wissen-in-Praxis, mit dem sie ihre Aufmerksamkeit rechtzeitig auf akute und zukünftige Probleme richten können. Ihre Geistesgegenwart wird Achtsamkeit (mindfulness) genannt. Welches Wissen achtsames Handeln in der Zusammenarbeit ermöglicht und wie es sich entwickeln lässt, wird aus subjektwissenschaftlicher Sicht dargestellt.

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_innen: Stefan Meretz, Denis Neumüller

Tag/Zeit: Freitag, 16.9.2016, 13:30–15:30 Uhr

In der Kritischen Psychologie nimmt das Kategorienpaar restriktive vs. verallgemeinerte Handlungsfähigkeit einen zentralen Platz ein. Während die restriktive Handlungsfähigkeit als Handeln unter Akzeptanz der gegebenen Bedingungen umfassend ausgearbeitet wurde, wird der Gegenbegriff der verallgemeinerten Handlungsfähigkeit eher vage als „Richtungsbestimmung“ gefasst. Entscheidendes Merkmal sei die Überschreitung der Beschränkungen durch inkrementelle Erweiterung der Verfügung über die Handlungsbedingungen in Richtung einer freien Gesellschaft. Daraus ergeben sich zahlreiche Fragen: Reicht die Erweiterung der Bedingungsverfügung als Kriterium aus? Was ist mit solchen Erweiterungen, die auf Kosten von anderen gehen? Ist die Erweiterung auf Kosten von anderen ein personales oder ein strukturelles Problem? Wie lässt sich bestimmen, ob eine erweiterte Verfügung in Richtung einer freien Gesellschaft weist?

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Themenstrang: »Forschung«

Referent_in: Simon Sutterlütti

Tag/Zeit: Freitag, 16.9.2016, 10:00–12:00 Uhr

Das Streben nach Unabhängigkeit und Eigenständigkeit scheint eine alltägliche Sache in unserer Gesellschaft. Es gilt als Ziel der Selbstentwicklung und wird als Grundlage von Beziehungen gesehen: Erst wer allein klar kommt, ist überhaupt fähig mit anderen Personen erfüllende Beziehungen einzugehen. Diese Normalität ist jedoch eine gesellschaftliche Normalität. Im Kapitalismus ist es normal getrennt zu sein, normal dass die „eigenen Lebensinteressen durch die Interessen anderer eingeschränkt sind“ (Holzkamp). Diese Situation macht soziale Beziehungen tendenziell zu Beziehung der Instrumentalität. Wir nutzen uns gegenseitig, bleiben einander Objekte.

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Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Stephan Antczack

Tag/Zeit: Freitag, 16.9.2016, 10:00–12:00 Uhr

Bertolt Brecht (1898–1956) entwickelte „Lehrstücke“, die nicht fürs Publikum bestimmt waren, sondern zur ästhetischen Bewusstseinsbildung der Akteure. Augusto Boal (1931–2009) holte das Publikum auf die Bühne, damit es dort eigene Positionen in politischen Kämpfen entwickelt: Subjekte proben ihre Selbstwirksamkeit im gesellschaftlichen Zusammenhang. Klaus Holzkamp (1921–1995) spricht sich in seinen Essay „Kunst und Arbeit“ für künstlerisches Probehandeln aus. Frigga Haug kritisiert in ihrer „Kritik des Rollenspiels“ das undifferenzierte Spiel mit den Rollen… Die Probe aufs Exempel befragt die Boal’sche „Ästhetik der Unterdrückten“ aus kritisch-psychologischer Sicht auf ihren subjektwissenschaftlichen Gehalt. Dabei dürfen, können, sollen Übungen und Spiele aus dem „Theater der Unterdrückten“ zur Anwendung kommen.

Thesen zum Workshop (PDF)

Dieser Beitrag wurde über den Call for Paper eingereicht.

Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Netzwerk Kollektive Selbst­verständigung

Tag/Zeit: Mittwoch, 14.9.2016, 16:00–18:00 Uhr

Fortsetzung der Veranstaltung zur Kollektiven Selbstverständigung. Die Kleingruppen werden während der ersten Veranstaltung gebildet. Eine spätere Teilnahme ist nicht möglich.

Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Netzwerk Kollektive Selbst­verständigung

Tag/Zeit: Mittwoch, 14.9.2016, 13:30–15:30 Uhr

Die kollektive Selbstverständigung (KSV) ist das in die Praxis umgesetzte Konzept der sozialen Selbstverständigung, wie sie von Klaus Holzkamp im Rahmen seiner Befassung mit alltäglicher Lebensführung entwickelt wurde. Die KSV ist keine Methode, sondern eine Form des theoriegeleiteten gemeinsamen Sprechens über alltägliche Erfahrungen und Probleme. Dabei können unterschiedliche Methoden eingesetzt werden. Entscheidend bei der KSV ist der kategoriale Hintergrund der Kritischen Psychologie. Die KSV ist psychologische Forschung insoweit es um die Reflexion der von je mir erfahrenen Widersprüche im Alltag geht. Der Rahmen ist dabei jedoch nicht universitär, sondern alltäglich (was die Uni als Aspekt von Alltag einschließen kann).

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Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_innen: Klaus Weber, Stephan Schleim

Tag/Zeit: Donnerstag, 15.9.2016, 10:00–12:00 Uhr

In dieser Diskussionsveranstaltung wird es darum gehen, ob und wenn ja wie Konzentrationslager kritisch-psychologisch beforscht werden sollten. Hierzu werden Stephan Schleim und Klaus Weber-Teuber jeweils zunächst Essay-artig ihre Thesen vorstellen und anschließend diskutieren. Weiterlesen »

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_in: Arnd Hofmeister

Tag/Zeit: Mittwoch, 14.9.2016, 13:30–15:30 Uhr

… im Spannungsfeld von Kontrollwissenschaft und Emanzipation

Im gesundheitswissenschaftlichen Diskurs der letzten 30 Jahre haben die Konzepte Prävention und Gesundheitsförderung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Zentrales Argument dabei ist der Wandel des Krankheitsspektrums von Infektionskrankheiten zu chronisch-degenerativen Erkrankungen und Multimorbidität, der ein Umdenken im gesellschaftlichen und individuellen Umgang mit Krankheit und Gesundheit erfordert; weg von der Kuration hin zur Prävention. Gleichzeitig erfährt Gesundheit in dieser Zeit eine begriffliche Erweiterung von einem Zustand eines umfassenden bio-psycho-sozialen Wohlbefindens und der Abwesenheit von Krankheit hin zu einem handlungsbezogenen Konzept, das Gesundheit eng mit der Kontrolle über die Bedingungen der eigenen Gesundheit verknüpft; weg von einem negativen Risikofaktorenmodell hin zu salutogenetischen Konzept von Gesundheit durch Partizipation und Empowerment.

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Themenstrang: »Ferienuni Kritische Psychologie«

Referent_in: Ingar Solty

Tag/Zeit: Mittwoch, 14.9.2016, 16:00–18:00 Uhr

Die Veranstaltung soll in den Marxismus als Grundlage der Kritischen Psychologie einführen. Der Fokus liegt dabei auf denjenigen marxistischen Kategorien, die für die Kritische Psychologie wesentlich sind: Erstens die Auffassung von der – in seiner spezifischen evolutionären Entwicklung und dem (zweiten) „qualitativen Sprung“ (Klaus Holzkamp) begründeten – gattungsgeschichtlichen Freiheit des Menschen; zweitens das dialektische Menschenbild, d.h. ein Verständnis vom Menschen als „ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse“ (Karl Marx), der so gut oder so schlecht ist, wie die Verhältnisse in denen er lebt, wodurch sich der Marxismus als dialektische Methode grundlegend vom bürgerlichen und positivistischen Denken und seiner positiven (Liberalismus) oder negativen (Konservatismus) Anthropologie unterscheidet; und drittens die Analyse und Kritik der politischen Ökonomie des historischen und gegenwärtigen Kapitalismus als objektiver gesellschaftlicher Strukturgrundlage allen menschlichen Erlebens und Handelns. – Die Veranstaltung richtet sich an Einsteiger mit geringen Vorkenntnissen in der marxistischen Theorie wie auch an Fortgeschrittene.

Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Stephan Schleim

Tag/Zeit: Mittwoch, 14.9.2016, 10:00–12:00 Uhr

Hirnforschung, Neoliberalismus und Individualisierung

Oft wird angeführt, mit der Hirnforschung als Neurotechnologie oder psychopharmakologischer Intervention das Leben zu verbessern. Das mag bei neurologischen Erkrankungen unstrittig sein. Wie ist das aber bei psychischen Problemen, deren Ursachen unklar sind? Oder bei gesellschaftlichen Trends wie dem sogenannten Cognitive- oder Neuro-Enhancement? Die Problemlösungen, die uns die Hirnforschung anbietet, zielen – gewollt oder ungewollt – aufs Gehirn eines Menschen und damit auf das Individuum. Das birgt die Gefahr einer Dekontextualisierung, Depolitisierung und Individualisierung menschlicher und gesellschaftlicher Probleme. Damit spielen Lösungen aus der  Hirnforschung – gewollt oder ungewollt – auch einer neoliberalen Ideologie in die Hände, die gesellschaftliche Faktoren ausblendet und Individuen verantwortlich macht.

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Ferienuni Kritische Psychologie 2016 using Theme Adventure by Eric Schwarz adapted by Stefan Meretz
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